Diversität und Demokratie in Kindertageseinrichtungen stärken

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) stärkt Kindertageseinrichtungen (Kitas und Horte) in Sachsen darin zu Orten gelebter Demokratie zu werden, an denen Vielfalt als Normalität anerkannt wird.

Fortbildungen

Mit regionalen Fortbildungen vor Ort wollen wir Diversität und Demokratie in Kindertageseinrichtungen stärken.

Regionale Fortbildungen in 2024

24.09.2024 in Dresden | Diskriminierungssensible Zusammenarbeit mit Familien und im Team gestalten

Identitätsbildung und Respekt für Familienkulturen sind elementare Bausteine von Kita-Arbeit für und mit ALLEN, die Kita oder Hort besuchen und gestalten. Mit welchen sie prägenden Erfahrungen besuchen Kinder und Familien Bildungseinrichtungen? Mit welchen Erfahrungen begegnen ihnen pädagogische Fachkräfte? Gelingt es, einen sensiblen Raum zu entwickeln, individuelle Erfahrungen von Familien zu respektieren und wertschätzend zu betrachten? Mit welchen praxiserprobten Methoden lässt sich das gut umsetzen? Welche Austauschprozesse im Team sind dafür notwendig?

Die Fortbildung ermöglicht Sensibilisierung und Einblicke in Methoden nach dem Anti-bias-Ansatz / der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung und ist Austauschraum für Pädagog*innen.

Die Referentinnen: 

Amanda Ghazouani von ZEOK e.V. ist staatlich anerkannte Sozialarbeiterin und Diversity Managerin mit Erfahrungen in der Arbeit mit Geflüchteten, in der Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Sie ist als politische Bildungsreferentin mit dem Schwerpunkt antimuslimischer Rassismus und Antidiskriminierungspädagogik tätig.

Katrin Pausch von ZEOK e.V. ist staatlich anerkannte Sozialpädagogin, die Kita-Alltag selbst als pädagogische Fachkraft sowie als Kita-Leitung erlebt und gestaltet hat. Erfahrungen aus dieser Zeit sowie die aus transkultureller und interreligiöser Projektarbeit mit Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften in Sachsen in den Jahren 2015- 2019 fließen seitdem in die Begleitung von pädagogischen Teams bei der praxisorientierten Bearbeitung von Themen wie „Willkommenskultur“, „Umgang mit Diversität“ und „Ermöglichen von transkulturellem, diskriminierungssensiblem und inklusivem Lernen in Bildungseinrichtungen“ein.

Amanda Ghazouani und Katrin Pausch sind beide im Bildungsteam von ZEOK e.V.Partner im bundesweiten Kompetenznetzwerk Islam- und Muslimfeindlichkeit.

Werkstattpädagogik ist ein Handlungskonzept zur Umsetzung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse über beste Entwicklungsbedingungen für kindliche Entwicklung.  Sie bietet  Entwicklungsraum für die Entdecker- und Lernfreude von Kindern in Kitas.. Sie bedeutet für die Kinder: selber Tun, mit den Händen, über Erfahrung lernen, sinnliche haptische Erfahrungen machen, anregende Räume und Materialien zum Ausprobieren zur Verfügung haben, vielleicht einen Geruch in der Nase….

Werkstattpädagogik hat zum Ziel, dass alle Beteiligten (Kinder und Pädagogen) ihre Talente, Kompetenzen und Fähigkeiten entwickeln können und so ihre „Sprache“, d. h. Ausdrucksform, finden. Die Werkstattpädagogik bietet für jedes einzelne Kind (und auch für die Erwachsenen) Herausforderungen, an denen man wachsen kann. So kann man Problemlösekompetenzen entwickeln und lernen, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.

In Werkstattkitas wachsen mündige Bürger heran, die lernen können, für eine lebendige Demokratie einzustehen. Partizipation der Kinder wird als Recht jedes einzelnen Kindes auf vielfältigeTeilhabe der Kinder an der Alltagsgestaltung umgesetzt. Eine der drei Säulen der Werkstattpädagogik ist die Offene Arbeit mit Ihrer Haltung der radikalen Orientierung am Wohlbefinden jedes einzelnen Kindes. 

An diesem Fortbildungstag werden Ihnen anhand von Beispielen aus der Kitapraxis die wesentlichen Eckpunkte dieses Konzeptes vorgestellt. Es soll Mut und Lust darauf machen, Visionen zu entwickeln, wie Sie diesen Weg gemeinsam mit Ihren Teams in kleinen Schritten gehen können. Lassen Sie sich berühren und inspirieren. Der Tag ist besonders auch für Kitaleitungen hilfreich, die ihr offenes Konzept reflektieren und neue Impulse bekommen möchten. 

Die Fortbildung richtet sich explizit an Einrichtungsleitungen von Kitas und Horten in Sachsen.  

Referentin: Christel van Dieken | Waterkant Academy 

Teaser folgt

Ständig werden Entscheidungen im Arbeitsalltag getroffen. Nicht immer muss und kann alles mit allen Mitarbeitenden abgestimmt werden. Aber wenn wir eine tragfähige Lösung suchen und das Team partizipativ mitnehmen wollen, dann stellt sich die Frage: Wie geht das konkret? Wie kommen wir zu guten Ideen? Und wie können wir vermeiden, dass es dabei endlose Diskussionen gibt oder dass letztlich doch Wenige entscheiden und Andere frustriert sind? 

In der Fortbildung wollen wir ganz praktische Möglichkeiten kennenlernen und uns darüber austauschen, wie wir tragfähige Lösungen mit dem Team finden können. Dazu beleuchten wir verschiedene Schritte entlang des Weges der Entscheidungsfindung. Die Teilnehmenden bekommen konkrete Werkzeuge und Hinweise an die Hand:

  • Wer sollte wie stark in die Entscheidung einbezogen werden?
  • Wie können wir herausfinden, wie viel Partizipation es für eine konkrete Frage braucht?
  • Wie stellen wir Entscheidungsfragen, die uns weiterhelfen, statt und zu behindern?
  • Kreativitätstechniken für die Teamsitzung: Wie kommen wir freudvoll und spielerisch zu nützlichen Ideen
  • Entscheidungsverfahren:  Wie einigen wir uns auf die beste Lösung, ohne dass es Verlierer*innen gibt?
    (Hier lernen die Teilnehmenden verschiedene Methoden kennen,  etwa das „Systemische Konsensieren“ oder die „KonsenT-Moderation“)

In unserem interaktiven Workshop bekommen die Teilnehmenden handfeste Anregungen, profitieren vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch und üben ganz praktisch verschiedene Verfahren und Methoden.

Sie werden spüren: Schon am nächsten Tag werden Sie sich und Ihr Team noch leichtfüßiger durch Entscheidungfindungen führen können!

Die Fortbildung richtet sich an Einrichtungsleitungen von Kitas und Horten in Sachsen.  

Referenten: Markus Wutzler | Camino & Ina Zapff | DKJS

Die Fortbildung fand am 08.05.2024 in Leipzig statt.

Dokumentation

Unsere Gesellschaft ist kulturell vielfältig. Kinder wachsen heute in Familien mit  unterschiedlichen Lebensentwürfen, Wertvorstellungen und Hintergründen auf. Diese „vertraute“ Vielfalt zeigt sich besonders in Kitas Tag für Tag und fordert pädagogische Fachkräfte auf, Wege zu finden mit ihr umzugehen. Durch Zuwanderung von Familien aus verschiedensten Herkunftsländern kommen neue und „unvertraute“ kulturelle Aspekte von Vielfalt hinzu: ungewohnte Essgewohnheiten, unbekannte religiös geprägte Normen und Wertvorstellungen, Kleidungsvorschriften oder unbekannte Kommunikationsstile. Die Frage inwieweit diese vielfältigen kulturellen Hintergründe der Familien im Alltag der Einrichtungen berücksichtigt und einbezogen werden sollten und wieviel Anpassung an die Einrichtungsstandards von den Familien verlangt werden kann, stellt viele Teams immer wieder vor Herausforderungen.

Der Ansatz der kultursensiblen pädagogischen Arbeit kann dabei eine hilfreiche Orientierung bieten. In der Fortbildung soll ausgehend von der Praxis der Teilnehmenden erörtert werden,

  • wie es gelingen kann Kultursensibilität als Haltung im Team und als gelebte Praxis zu stärken,
  • welche Stolpersteine es gibt und mit welchen Schritten man beginnen sollte.

Referentin: Antje Ebersbach, Sozialpädagogin und interkulturelle Trainerin von der Kindersprachbrücke Jena

Die Veranstaltung fand am 11.03.2024 in Chemnitz statt.

Dokumentation

Ansprechperson

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH
Ina Zapff
Bautzner Straße 22 HH
01099 Dresden

Tel.: 0351 32 01 56 – 84
E-Mail: ina.zapff@dkjs.de

Leitungsqualifizierung

Ziel und Zielgruppe

Ziel der Qualifizierung ist es, Leitungen zu befähigen, die Entwicklungsprozesse in Kitas und Horten professionell zu begleiten und moderativ zu unterstützen.

Die Fortbildung richtet sich an Leitungskräfte aus Kitas und Horten in Sachsen.  

Die Qualifizierung ist auf eine Gruppengröße von 15 Personen beschränkt.

Rahmen der Qualifizierung

Die Qualifizierung startet im September und endet im Dezember 2023. Sie besteht aus drei aufeinander aufbauenden Modulen, die jeweils zwei Tage umfassen. Eine Teilnahme an allen drei Modulen wird vorausgesetzt.

Zwischen den Modulen und im Anschluss wird es ein regelmäßiges, digitales Beratungsformat geben, um in der Gruppe Fragen und Herausforderungen rund um die Entwicklungsprozesse in den eigenen Einrichtungen zu diskutieren.

7. und 8. September 2023 (Donnerstag und Freitag) mit dem Programmteam Diversität und Demokratie in Kindertageseinrichtungen stärken

26. und 27. Oktober 2023 (Donnerstag und Freitag) mit Tobias Heinemann, Inhaber der Firma ipunct – Ideen auf den Punct gebracht, Berater, Moderator, Trainer und Spielerfinder (www.ipunct.de)

30. November und 1. Dezember (Donnerstag und Freitag) mit Melanie Hörenz-Pissang

Die Inhalte der Module orientieren sich an den Fragestellungen und Bedarfen der Teilnehmenden. Reflexionseinheiten und die Übertragung in die eigene Praxis der Teilnehmenden sind ebenso Bestandteil der Qualifizierung wie die Erprobung vielfältiger Methoden. 


Veranstaltungsort

Die Qualifizierung findet statt im
Evangelischen Bildungs- und Gästehaus Kohren-Sahlis
Pestalozzistraße 3, 04654 Frohburg/OT Kohren-Sahlis

Den Teilnehmenden stehen bei Bedarf Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. 


Inhalte der Qualifizierung

Die Teilnehmenden setzen sich mit grundlegenden Aspekten von Diversität und Demokratie in Kitas und Horten auseinander. Sie reflektieren eigene Erfahrungen in der Qualitätsentwicklung mit Teams und eignen sich hierzu konkretes Hintergrundwissen an.

Im Zentrum der Qualifizierung steht die Entwicklung der professionellen Rolle und Kommunikationskompetenz als Moderator:in in der Begleitung von Entwicklungsprozessen. Die Teilnehmenden lernen, wie sie Reflexions- und Entwicklungsanlässe schaffen und Angebote so aufbauen, dass pädagogische Fachkräfte auch nach einem langen Arbeitstag noch mitgenommen werden. Von der Ist-Stand-Analyse, über die Zielformulierung bis hin zum Treffen von Verabredungen werden den Teilnehmenden hilfreiche Methoden und Strukturierungshilfen an die Hand gegeben.

Entwicklungsprozesse verlaufen aber nicht immer geradlinig und musterhaft. Während der Qualifizierung setzen sich die Teilnehmenden daher auch mit Herausforderungen in der Begleitung von Entwicklungsprozessen auseinander: Wie können aufkommende Konflikte lösungsorientiert bearbeitet werden? Wie kann Teamentwicklung angeregt werden? Wie reagiere ich kompetent auf populistisches Verhalten? Wie gehe ich mit eigenen Erwartungen und Frustrationen im Entwicklungsprozess um? Wie kann ich neue Mitarbeitende gut in laufende Prozesse integrieren? Die Teilnehmenden können eigene Fälle einbringen, die in einer kollegialen Fallberatung bearbeitet werden.


Kosten der Qualifizierung

Die Qualifizierung ist für die Teilnehmenden kostenfrei. Für die Tagesverpflegung ist ebenfalls gesorgt. Bei Bedarf stehen Übernachtungsmöglichkeiten auf Selbstkostenbasis zur Verfügung (65,00€). Reisekosten können nicht übernommen werden.


Bewerbung und Qualifizierungsnachweis

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 15 begrenzt. Eine Auswahl erfolgt unter Berücksichtigung des jeweiligen Arbeitskontextes und Ihrer Motivation. Bei der Auswahl der Teilnehmenden streben wir eine möglichst heterogene Gruppe an.

Bewerbungsschluss war der 16. Juli 2023Eine Bewerbung ist nicht mehr möglich.

Die Teilnahme an allen drei Modulen wird vorausgesetzt. Nach Abschluss der Module erhalten die Teilnehmenden eine ausführliche Teilnahmebescheinigung, in der die Inhalte der Qualifizierung aufgeführt sind.


Ansprechperson

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH
Anja Gehl
Bautzner Straße 22 HH
01099 Dresden

Tel.: 0351 32 01 56 – 83
E-Mail: anja.gehl@dkjs.de